“Virtuelle Telefonanlagen”, “Telefonanlagen aus dem Netz” oder “IP-Centrex-Lösungen” – die Bezeichnungen sind ebenso vielfältig wie die Anbieter, die sich am Markt positionieren. Beim Versuch aber, ihre „Voice as Service“-Lösungen auf die Agenda von ITK-Entscheidern zu setzen, tun sich die Services-Anbieter – trotz aller Nutzenpotenziale - bislang noch schwer.
Die Idee, die immer komplexer werdenden Funktionalitäten einer Telefonanlage als Dienstleistung aus dem Internet zu beziehen, ist bestechend. Denn warum sollten Unternehmen heute noch in eine eigene Telefonieinfrastruktur investieren und sich mit deren Administration belasten, wenn sie Sprachanwendungen auch bedarfsgerecht, flexibel und zu transparenten Kosten von einem Provider als webbasierten Service beziehen können?
Das Konzept ist nicht ganz neu, und so genannte virtuelle Telefonanlagen sind keine Errungenschaft der letzten Jahre. Erste Centrex-Lösungen wurden bereits in den 60er Jahren in den USA eingesetzt. Heute sind Centrex-Lösungen IP-basiert und können über das Internet bezogen werden. Sie haben zudem einen neuen technologischen Reifegrad erreicht: Neben den Standardtelefoniefunktionen stehen mit einer virtuellen PBX auch Funktionalitäten wie Presence oder One-Number netzbasiert zur Verfügung und können z.B. über CTI mit Businessanwendungen integriert werden.
Allerdings ist die Marktakzeptanz solche “Telefonanlagen aus dem Netz” – trotz des bestechenden Konzepts – in Deutschland noch gering. Das Lösungskonzept und vor allem der Business Case scheinen deutschen Anwenderunternehmen noch weitgehend unbekannt zu sein. Dies gilt insbesondere für den Mittelstand, so die Ergebnisse einer aktuellen von Nfon in Auftrag gegebenen Studie. Demnach kennen 61 Prozent der mittelständischen Entscheider weder die Begriffe “virtuelle Telefonanlage”, noch “IP-Centrex” oder “Hosted PBX”.
Dennoch spricht einiges dafür, dass sich “Voice as a Service” durchsetzen wird: Zum einen wird auf Anwenderseite die Akzeptanz kontinuierlich zunehmen. Im Zuge des Hype um Cloud Computing, SaaS und Virtualisierung werden die Vorteile webbasierter IT-Lösungen derzeit allerorten intensiv diskutiert, und die Argumente für internetbasierte Anwendungen erreichen mittlerweile Unternehmen aller Branchen und Größenklassen. Da sich Cloud Computing besonders für hochstandardisierte Bereiche eignet, ist die Anwendung des Cloud-Prinzips auf TK-Lösungen als “Voice as a Service” mehr als naheliegend. Bei einer Befragung von Anwenderunternehmen durch Berlecon im Jahr 2009 hielt immerhin bereits jedes fünfte Unternehmen den Bezug von Kommunikationsanwendungen und/oder -infrastruktur im As-a-Service-Modell für sinnvoll.
Zum anderen verbreiten sich IP-basierte Kommunikationstechnologien rasant. Während 2008 nur 25 Prozent der deutschen Unternehmen über eine IP-PBX verfügten, waren es 2009 bereits 45 Prozent. Damit ergeben sich neue Möglichkeiten für internetbasierte Bereitstellungsmodelle. Gleichzeitig sorgt die zunehmende Breitbandpenetration für flächendeckende Nutzungsmöglichkeiten. Der weltweite Rollout von NGNs versetzt Provider in die Lage, die Verfügbarkeit und Qualität der gehosteten Kommunikationsservices durch Quality of Service sicherzustellen.
Last but not least nimmt das Angebot von “Voice-as-a-Service-Lösungen” derzeit deutlich zu. Von Carriern über klassische TK-Hersteller bis hin zu ITK-Systemintegratoren und bekannten Softwareriesen aus den USA werden sich in den kommenden Monaten die Großen und Kleinen der Branche verstärkt mit entsprechenden Angeboten am Markt positionieren.
Sie alle stehen jedoch vor der Herausforderung, virtuelle Telefonanlagen als echte Alternative zur klassischen, eigenen Telefonanlage auf die Agenda von ITK-Entscheidern zu setzen. Dazu müssen nicht nur Potenziale und Herausforderungen des Konzepts nachvollziehbar dargestellt werden. Vielmehr muss überzeugend vermittelt werden, dass die Lösungen in der Praxis den Anforderungen von Unternehmen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Sprachqualität gerecht werden. Anbieter sind gut beraten, die Praxisrelevanz ihrer Lösungen in den Vordergrund zu stellen, schließlich ist nichts bestechender als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
Nicht nur die Forschung, auch die Lehre an deutschen Hochschulen soll in den nächsten Jahren internationaler werden. Die derzeitigen Modelle für den Austausch von Dozenten sind allerdings sehr aufwendig. Es werden jedoch Alternativen entwickelt wie z. B. Webkonferenzen für die Kommunikation zwischen Dozenten und Studierenden.
Deutsche Fachhochschulen sind deutlich weniger internationalisiert als vergleichbare Einrichtungen im Ausland. In Frankreich wird beispielsweise ein erheblicher Teil der Lehre von Auslandsprofessoren bestritten. Mittlerweile ist aber anerkannt, dass der Anteil internationaler Dozenten für die Hochschulen ein Qualitäts- und Differenzierungskriterium darstellt, das zukünftig noch an Bedeutung gewinnen wird. So forciert etwa Bayern über Zielvereinbarungen mit den Hochschulen die Internationalisierung der Lehre und schreibt hier auch fest, dass jede Fakultät mindestens einen Auslandsdozenten für ein Semester gewinnen und die Anzahl von Gastdozenten kontinuierlich steigern soll.
Klassischer Dozentenaustausch
Solche Zielvorgaben lassen sich mit dem klassischen Modell des Dozentenaustauschs allerdings nur schwer erfüllen. Hier verbringt ein Gastdozent ein komplettes Semester an einer Auslandshochschule und ist dort in die Lehre und möglicherweise auch in die Forschung eingebunden. Dieses Modell ist für Dozenten und Hochschulen mit erheblichen Problemen verbunden: Unterbringung, Betreuung durch die aufnehmende Hochschule, Kompensation des Lehrausfalls an der entsendenden Hochschule, Honorierung, mehrmonatige Trennung von Familie und sozialem Umfeld sowie die Eingliederung in die aufnehmende Hochschule usw. stellen Probleme dar, die sich nur mit erheblichem Aufwand bewältigen lassen. Neben hohen Kosten und aufwändiger Administration bedingt das Modell auch einen großen persönlichen Einsatz insbesondere von den Dozenten. Gerade besonders qualifizierte Dozenten mit umfangreichen Verpflichtungen an ihrem Heimatort werden davon eher abgeschreckt. Eine langfristige Zukunft hat dieses Modell dort, wo auf Grund politischer Bedingungen eine bewusste Förderung mit einer Minimierung administrativer Hemmnisse einhergeht.
Virtuelle Konferenzräume
Alternative Modelle ergänzen die klassische Präsenzvorlesung durch virtuelle Elemente. Voraussetzung dafür ist der Einsatz von Hilfsmitteln für Besprechungen und die Zusammenarbeit. Damit können sich Teilnehmer an Besprechungen in virtuellen “Räumen” treffen, sich am Bildschirm sehen, über Voice over IP hören, sowie Präsentationen halten und gemeinsam an Dokumenten arbeiten. Die erarbeiteten Dokumente, verwendeten Dateien und das simultan erstellte Protokoll wird allen Teilnehmern der Arbeitssitzung bei Abschluss des Treffens automatisch zugestellt. Die technischen Voraussetzungen für den Einsatz solcher Techniken sind sehr gering, Investitionen fallen kaum an, da das Equipment in den Hochschulen meist schon vorhanden ist.
Während Unternehmen sich dieser Techniken heute bereits auf breiter Front bedienen, besteht bei den deutschen Hochschulen hier noch erheblicher Nachholbedarf. Dabei lassen sich mit Webkonferenzen nicht nur Kosten einsparen, sondern auch die Kommunikationsfrequenz und -qualität erhöhen. Die Möglichkeiten reichen hier von Vorlesungen, an denen Studierende von zu Hause aus aktiv teilnehmen, bis zu sog. “Webstreams”, in die man zur Prüfungsvorbereitung noch einmal gezielt hinein hören kann (”lecture on demand”). Solche Angebote stoßen auf reges Interesse: Die Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule München konnte im Weiterbildungsstudiengang “MBA and Engineering” bei einer Web-Vorlesung über ein komplettes Semester eine durchschnittliche Nutzungsrate von 20 Prozent erreichen.
Block-Austausch - virtuell plus real
Beim Modell “Block-Austausch” verbringt der Gastdozent eine begrenzte Zeitspanne von etwa drei bis 14 Tagen an einer Auslandshochschule und vermittelt in dieser Zeit den Inhalt seiner Vorlesung. Dabei können einzelne Vorlesungen auch auf bis zu drei Gastdozenten aufgeteilt werden. Bei gut organisierten Hochschulen ist mit der Präsenz vor Ort eine Vor- und Nachbereitung gekoppelt, die durch einen Vertreter der aufnehmenden Hochschule wahrgenommen werden muss. Mit diesem Austausch-Modell werden die meisten Probleme des klassischen Modells vermieden. Mit einer starren Vorlesungsplanung ist dieses Modell allerdings nur schwer zu kombinieren, es setzt ein leistungsfähiges Planungs- und Kommunikationssystem voraus, das eine tagesgenaue Planung der Vorlesungen, eine einfache Kommunikation der Termine und einen individuellen Vorlesungskalender für jeden Studierenden bereitstellen kann. Hierfür gibt es bewährte, webbasierte Systeme. Das Block-Modell eignet sich hervorragend als Basis für die Internationalisierung von Hochschulen. Zusammen mit webbasierten Hilfsmitteln für Besprechungen und die Zusammenarbeit wird es zukünftig die internationalisierte Lehre prägen. […]
Die größte Herausforderung bei der Einführung von VoIP ist die Aufrechterhaltung der Sprachqualität. Die dazu notwendigen Netzwerk-Switches können aber auch dabei helfen, Strom zu sparen und so die Betriebskosten zu senken.
Voice over IP, das Telefonieren mittels Datenpaketen, hat sich sowohl bei Privatkunden als auch in vielen Unternehmen etabliert. Dafür bietet der Markt Lösungen an, die von kleinen Büro- bis hin zu komplexen Enterprise-Infrastrukturen für multinationale Konzerne reichen. Der größte Vorteil von VoIP ist die „digitale Kombination“ von Sprache und Daten und der damit verbundene erweiterte Funktionsumfang dieser Technologie, die die herkömmliche Telefonie nicht erreicht.
Neben Netzbetreibern, die ihre Kosten im Vergleich zu leitungsvermittelten Netzwerken senken wollen, setzen auch Unternehmen zunehmend auf VoIP. Sie haben die Vorteile erkannt und stellen ihre Telefoninfrastruktur jetzt sukzessive um. Damit sich allerdings deren Mitarbeiter nach ihrem ersten VoIP-Gespräch nicht wieder in die Anfangszeit der Telefonie zurückversetzt fühlen, gibt es dabei ein paar Dinge zu beachten. So sollte neben einer guten Sprachqualität auch eine hohe Verfügbarkeit der digitalen Sprachkommunikation gewährleistet sein. Darüber hinaus bietet VoIP auch die Möglichkeit, die Stromkosten in diesem Bereich spürbar zu senken.
Sprachqualität bei VoIP
Es gibt verschiedene Faktoren, die die Qualität einer Sprachverbindung in einem Datennetz beeinflussen. Zu den wichtigsten gehören ausreichend Bandbreite und möglichst geringe Latenz. Grundsätzlich muss einem Telefongespräch über ein Datennetzwerk zu jeder Zeit ausreichend Bandbreite zur Verfügung stehen. Hierbei helfen beispielsweise die Reservierung einer Mindestbandbreite für VoIP sowie Priorisierungsfunktionen in den Netzwerk-Switches wie Class of Service (CoS), Port-Priorisierung, Dienste-Priorisierung und IEEE 802.1p-Unterstützung. Unternehmen sollten also bereits vor der Einführung von VoIP sicherstellen, dass ihre Netzwerkinfrastruktur die Kennzeichnung von Sprachpaketen erlaubt, damit dann Quality-of-Service-Mechanismen (QoS) in den Switches Sprachdaten den Vorrang vor weniger zeitkritischen Daten wie zum Beispiel E-Mails geben können.
Der zweite wichtige Faktor ist die Verzögerung bei der Übermittlung von Datenpaketen, auch Network Packet Delay oder Latenz genannt. Er beschreibt die Zeit, die ein Datenpaket benötigt, um von seinem Startpunkt durch das Netzwerk zu seinem Ziel zu gelangen. Jede Station auf dem Weg - beispielsweise Switches, Router oder Firewalls – sowie die Länge des Wegs selbst erhöhen diesen Wert. Hier unterscheiden sich die Geräte verschiedener Hersteller stark, so dass man bei der Komponentenauswahl der lastabhängigen Latenz besondere Aufmerksamkeit schenken sollte.
Ebenfalls zur Latenz trägt der so genannte Jitter bei. Damit bezeichnet man die Varianz der Laufzeit von Datenpaketen vom Sender zum Empfänger. Um großen Schwankungen entgegenzuwirken, gibt es Jitter-Puffer in den Sprachanwendungen. Diese glätten zwar den Paketfluss, fügen aber der Verbindung selbst Latenz hinzu. Die ITU-T (International Telecommunication Union) empfiehlt eine Einwegverzögerung inklusive der durch die Endgeräte verursachten Latenz von maximal 150ms.
Mit Internet-Telefonie Stromkosten senken
Eine weitere Chance für Unternehmen, ihre IT-Kosten mit Hilfe von VoIP zu senken, bietet die Energieversorgung von IP-Telefonen mit Power over Ethernet (PoE). Denn typischer Weise verbrauchen PoE-Telefone sieben Tage pro Woche während 24 Stunden Strom, auch wenn sie in einer Büroumgebung nur rund acht Stunden an Werktagen genutzt werden. Netzwerk-Switches mit einem intelligenten Betriebssystem können hier zum Energiemanager avancieren, indem sie VoIP-Telefone beispielsweise nachts und am Wochenende von der Stromversorgung trennen. In einer Umgebung mit mehreren hundert Telefonen lassen sich so bereits deutlich messbare Einsparungen erzielen.
Verfügt das Switch-Betriebssystem zudem über offene Schnittstellen nach außen, lassen sich die Stromsparfunktionen der Netzwerkkomponenten zudem in Drittsysteme integrieren. Koppelt man so beispielsweise die Zeiterfassung am Firmeneingang mit dem Netzwerk-Switch, so könnte dieser das Telefon am Arbeitsplatz starten, sobald der jeweilige Mitarbeiter das Haus betritt. Verlässt er es in der Mittagspause oder nach Feierabend, fährt der Switch dessen Telefon wieder herunter.
Priorisierungsfunktionen sowie eine möglichst geringe Latenzerzeugung sollten für Unternehmen ganz oben auf der Auswahlliste für ihre Netzwerkswitches stehen, um eine gute Sprachqualität sicherzustellen. Maximale Kostenersparnis bringen die Geräte dann, wenn sie zudem den Stromverbrauch im Netzwerk optimieren.
Fazit
Netzbetreiber und Service-Provider bauen IP-basierten Sprachkommunikation immer weiter aus. Dabei adressieren Sie nicht nur den professionellen Anwender, sondern ebenso den Privatnutzer. Auch bei den ITK-Anlagenanbietern gehören mittlerweile VoIP-Systeme in ihren Portfolios zum Standard.
Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl eines VoIP-Systems ist die Sprachqualität. Hier sollte besonderes Augenmerk auf technische Standards, notwendige Bandbreiten und entsprechende Dienste und Services gelegt werden. Darüber hinaus bietet die VoIP-Technologie besonders bei großen Infrastrukturen jede Menge Potenzial zu Kosteneinsparungen durch intelligentes Powermanagement.
Die Funktion unterstützt Videotelefonate mit bis zu fünf Teilnehmern. Die Vorabversion bringt auch Verbesserungen für das Skype-Browser-Plug-in. Sie kann ab sofort für Windows heruntergeladen werden. Eine Mac-Version folgt später im Jahr.
Skype hat eine erste Beta von Version 5.0 seiner gleichnamigen VoIP-Software veröffentlicht. Wichtigste Neuerung ist eine Funktion für Videokonferenzen mit mehreren Teilnehmern. Die Vorabversion kann ab sofort kostenlos für Windows heruntergeladen werden.
Statt wie in Skype 4 Videotelefonate nur mit einer weiteren Person zu führen, können Anwender nun bis zu vier Freunde oder Geschäftspartner zu einer Videokonferenz einladen. Neben einer Webcam wird auf jedem PC Skype 5.0 Beta benötigt. […]
Der VoIP-Anbieter weist darauf hin, dass sich Skype 5.0 noch in der Entwicklung befindet und möglicherweise Fehler enthält. Dazu gehört, dass Teilnehmer einer Telefonkonferenz unter Umständen ihre Videokamera nicht aktivieren können. Fälschlicherweise werde manchmal auch gemeldet, dass die Videofunktion nicht zur Verfügung stehe. Die Beta benötige zudem mehr CPU-Ressourcen, was sich negativ auf die Videoqualität auswirken könne.
Mit der ersten Beta von Skype 5.0, die bisher nur in englischer Sprache vorliegt, stellt das Unternehmen den Support für Windows 2000 ein. Eine Mac-Version, die Videokonferenzen unterstützt, soll später im Jahr erscheinen. […]
Zahl der VoIP-Nutzer wächst 2009 in Deutschland um 18 Prozent
Internet-Telefonie bietet günstige Gespräche und Zusatzfunktionen
BITKOM gibt Tipps zur Nutzung
BITKOM, Berlin, 6. April 2010 - Das Telefonieren per Internet wird immer beliebter. Anfang 2010 gab es gut 10,3 Millionen regelmäßige Nutzer in Deutschland. Das entspricht einem Anstieg um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das berichtet der Hightech-Verband BITKOM auf Basis von aktuellen Daten des European Information Technology Observatory (EITO). Im Verlauf des Jahres 2010 wird die Nutzerzahl laut EITO voraussichtlich auf rund zwölf Millionen steigen. Der Bundesnetzagentur zufolge lag das VoIP-Gesprächsvolumen 2009 bei geschätzten 35 Milliarden Minuten – ein Anstieg um 40 Prozent im Vergleich zu 2008. „Die Internet-Telefonie hat sich im beruflichen und privaten Umfeld etabliert“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. Neben günstigen Tarifen bietet sie eine Reihe von Zusatzfunktionen. So landen bei der Internet-Telefonie Sprachnachrichten, Faxe und E-Mails in einem gemeinsamen Posteingang.
Der BITKOM erklärt, worauf man bei der Internet-Telefonie - kurz VoIP für Voice over Internet Protocol - achten sollte:
1. Technische Voraussetzungen
Für VoIP ist ein schneller Internetzugang per DSL oder Kabel notwendig. Langsame Internetverbindungen unter einem Mbit/s werden nicht von allen Anbietern unterstützt, zudem leidet die Sprachqualität. Ein günstiger Internetzugang zum monatlichen Pauschalpreis (Flatrate) ist ratsam. Wer am PC telefoniert, braucht einen Kopfhörer mit Mikrofon (Headset).
2. Das alte Telefon weiter nutzen
Wer beim Umstieg auf Internet-Telefonie keine neuen Geräte anschaffen will, benötigt einen VoIP-Adapter. Herkömmliche Festnetz- und Schnurlos-Telefone sowie Telefonanlagen können so weiter genutzt werden. Im einfachsten Fall ist der VoIP-Adapter in das Internetmodem integriert. Solche Zugangsboxen bieten viele Telefon- und Internet-Anbieter beim Abschluss eines Laufzeitvertrags an.
3. VoIP-Anbieter wählen und Tarife vergleichen
Zusätzlich brauchen Kunden einen Anbieter für VoIP-Gespräche. Der VoIP-Anbieter kann, er muss aber nicht identisch sein mit dem Internetprovider. Die nötigen Verträge können bei zahlreichen Anbietern abgeschlossen werden. Dabei gibt es die Auswahl zwischen Pauschaltarifen für Gespräche ins Festnetz und Tarifen, die nach Minuten abgerechnet werden. Welches Modell am günstigsten ist, hängt vom eigenen Verhalten beim Telefonieren ab. Beim Vergleich sollte man darauf achten, was Anrufe zu Handys und ins Ausland kosten. Es lohnt sich zudem zu prüfen, ob der bisher genutzte Festnetzanbieter oder alternativ Call-by-Call-Dienste nicht ähnlich niedrige Tarife anbieten.
4. Unterschiedliche Vorwahlen bedenken
Bei Abschluss eines VoIP-Vertrages kann der Kunde seine Telefonnummer in der Regel zum neuen Anbieter mitnehmen oder er bekommt eine neue Rufnummer. Diese hat je nach Anbieter die gewohnte Ortsvorwahl, die vom Wohnsitz abhängig ist, oder eine spezielle 032-Vorwahl. Dabei ist zu beachten, dass die Kosten für Anrufe zu solchen Nummern variieren können. Oft sind Anrufe zu 032-Anschlüssen nicht in den Flatrates für Festnetzgespräche enthalten, weil diese nur für normale Ortsvorwahlen gelten. Ein Vorteil der 032-Nummer ist, dass sie nicht ortsgebunden ist. Wer umzieht, kann sie quer durch Deutschland mitnehmen.
5. Kostenlos telefonieren per Instant Messenger
Völlig kostenfrei kann im Internet über Sofortnachrichten-Dienste (z.B. Skype, ICQ, Windows Live Messenger, Mac Messenger) telefoniert werden. Für solche Gratistelefonate müssen beide Gesprächspartner vor dem PC sitzen und beim gleichen Dienst angemeldet sein. Dann ist mit einer Webcam sogar Videotelefonie mit mehreren Gesprächsteilnehmern möglich. Anrufe zu normalen Telefon- oder VoIP-Anschlüssen sind damit aber gar nicht oder nur gegen zusätzliche Gebühren möglich.
Möchte sich ein Unternehmen dem Voice-over-IP-Trend anschließen und etwa von der kostenlosen Vernetzung der Außenstellen profitieren, gibt es einige rechtliche Fragen zu beachten. So spielt das Thema Verfügbarkeit eine wichtige Rolle. Allzu schnell wandert der Schwarze Peter zwischen Dienstleister und Kunde hin und her, sollte der Dienst einmal ausfallen. Mit den richtigen Verträgen sichern Sie sich gegen rechtliche Stolperfallen beim VoIP-Outsourcing ab.
Prinzipiell ist ausgelagertes VoIP im ersten Ansatz – auch wenn es natürlich mehr ist – eine Software-Anwendung, deren Einsatz auf einer spezifischen Hardware an einen Dienstleister übertragen werden soll. So liegt es auf der Hand, dass hier ähnliche rechtliche Probleme zu regeln sind wie beim klassischen IT-Infrastruktur-Outsourcing. Im Markt auf der anderen Seite bieten nicht nur klassische TK-Unternehmen externe VoIP-Dienste an, sondern auch IT-Provider. Vor diesem Hintergrund bietet sich eine Vertragsgestaltung wie beim klassischen IT-Outsourcing an.
Wichtige Inhalte von IT-Rahmenverträgen
Rahmenverträge empfehlen sich immer in Fällen, in denen IT-Infrastruktur ausgelagert werden soll. Schaffen Sie im Vertragswerk mit dem Provider einen Rahmenvertrag, unter dem Sie sogenannte Leistungsscheine als individuelle Verträge vereinbaren. Innerhalb dieser Leistungsscheine oder auch separat sollten Sie zudem konkrete Service Level Agreements (SLAs) abschließen. Natürlich fallen in den Rahmenvertrag auch die allgemeinen, für alle Leistungsbereiche erforderlichen juristischen Regelungen. Hierzu zählen insbesondere
eine grobe Leistungsbeschreibung,
Regelungen zum Einbezug von Einzelverträgen,
Leistungsscheinen und SLAs,
Abnahme, Gewährleistung, Haftung,
Vergütung,
Änderungsaufträge,
Vertrags- und Eskalationsmanagement,
Mitwirkungspflichten,
Laufzeit,
Rückübertragung und Beendigungsunterstützung,
Datenschutz, Datensicherung, Datensicherheit und Geheimhaltung sowie
typische Schlussregeln etwa zum anwendbaren Recht und Gerichtsstand.
[…]
Vertragliche Fixierung der Verantwortlichkeiten
Lagern Sie Ihre VoIP-Umgebung aus oder wird diese von vornherein von einem externen Dienstleister betrieben, haben Sie keine Möglichkeiten, die Qualität und den Umfang der Leistungen durch eigenes Eingreifen zu bestimmen. Umso wichtiger ist es, im Rahmen von Leistungsscheinen den Leistungsinhalt genau zu bestimmen, diese andererseits aber auch so auszugestalten, dass sie eine gewisse Flexibilität hinsichtlich der bezogenen Leistungen bieten. So sollten Sie innerhalb von Leistungsscheinen etwa regeln, was gilt, wenn sich die angeforderten Kapazitäten erhöhen oder vermindern. Grenzen Sie die Leistungssphären zudem sauber voneinander ab und bestimmen Sie die Service Level. […]
Service Level genau definieren
Bei Voice over IP spielt neben der Ausfallsicherheit insbesondere die Sprachqualität eine entscheidende Rolle. Beide Faktoren können diverse technische Ursachen haben und sie lassen sich im Falle eines ausgelagerten VoIP-Dienstes auch nicht einfach durch Anweisung an die IT-Mitarbeiter beheben. Insofern ist es zunächst erforderlich, die Qualität – etwa durch Festlegung maximaler Ausfallzeiten pro Monat – zu regeln. Darüber hinaus empfiehlt sich, dass Sie den Beweis dafür, dass keine Störung in der Sphäre des Kunden die entsprechende Minderleistung verursacht hat, dem Provider auferlegen. Anderenfalls haben Sie kaum eine Handhabe gegen den Provider, wenn es zu massiven Ausfällen und Qualitätsstörungen kommt. Der Anbieter hat die Möglichkeit, sich immer auf den Standpunkt zurückzuziehen, die Störung liege nicht in seinem Leistungsbereich. Dieses zu widerlegen – und nach dem Gesetz (§ 280 Abs. 1 BGB) hat hierfür der Kunde mangels individueller Abreden die Beweislast – ist nahezu unmöglich. […]
Ausgelagerte VoIP-Lösungen und Datenschutz
Heute ist weitgehend anerkannt, dass VoIP-Angebote Telekommunikationsdienste im Sinne des Telekommunikationsgesetzes (TKG) sind. Dies gilt, obwohl Definitionen und Vorgaben des TKG dem tendenziell widersprechen. Das betrifft insbesondere die Anforderung, dass Telekommunikationsdienste nur solche Dienste sind, bei denen eine zweiseitige Echtzeitübertragung stattfindet und bei denen Notrufe abgesetzt werden können. Das ist nicht bei allen VoIP-Lösungen von Natur aus gewährleistet.
Mit der Einordnung von VoIP-Angeboten als Telekommunikationsdienste werden auch klassische IT-Provider, die in der Vergangenheit nur IT-Dienstleistungen angeboten haben, bei der Auslagerung von VoIP-Diensten zu Telekommunikationsanbietern im Sinne des TKG. Sie haben daher im Grundsatz das Fernmeldegeheimnis, den TK-Datenschutz sowie Anforderungen zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit zu beachten. […]
Fazit
Bei der Auslagerung von VoIP drohen sowohl dem Kunden als auch dem Provider rechtliche Fallen. Legen Sie als IT-Verantwortlicher daher im Rahmenvertrag und in den angehängten Leistungsscheinen die genauen Anforderungen an die Dienstleistung fest. Das sollte bis hin zu technischen Merkmalen am Arbeitsplatz reichen. Über Minderungsklauseln und Vertragsstrafen sichern Sie sich zudem gegen Ausfälle ab, die nicht in Ihrem Verschulden liegen. So steht einer Provider-basierten VoIP-Nutzung nichts mehr im Wege.
Polycom ermöglicht kleineren und mittleren Unternehmen hohe Sprachqualität und Interoperabilität mit offenen SIP-Plattformen
Hallbergmoos - 25 Mar 2010 : Polycom, Inc. (Nasdaq: PLCM) kündigt mit der Polycom SoundStation® IP 5000 ein neues Konferenztelefon an. Die SoundStation IP 5000 ist mit der Polycom HD-Voiceâ„¢-Technologie ausgestattet und bietet eine robuste VoIP-Interoperabilität, die mit zahlreichen SIP-Anrufplattformen kompatibel ist. Das Modell wird zu einem Preis angeboten, der für Unternehmen jeder Größenordnung erschwinglich ist. Als speziell für die Anforderungen privater Büros und kleiner Besprechungsräume konzipierte Lösung übertrifft die Sprachqualität der SoundStation IP 5000 diejenige von herkömmlichen Desktop-Telefonen bei weitem.
Mit Einführung der SoundStation IP 5000 definiert Polycom den Anspruch von Unternehmen an konferenztaugliche VoIP-Endgeräte hinsichtlich Preis und Performance neu. Durch die kleine Stellfläche wird die SoundStation IP 5000 auch zur idealen Lösung für kleinere Konferenzräume und Büros. Im Rahmen der Polycom Open-Collaboration-Network-Strategie (POCN) unterstützen die SoundStation-IP-Konferenztelefone das Collaboration-Konzept, mit dem Unternehmen in der Lage sind, ihre vorhandenen UC-Investitionen weiter zu nutzen. Gleichzeitig profitieren sie von gut integrierten, durchgängigen und auf Standards basierenden Lösungen, die ein hohes Kommunikationserlebnis bieten.
Funktionen und Vorteile
Polycom HD-Voice-Technologie für eine Unterhaltung, die so natürlich klingt, als wäre man vor Ort
Patentierte Polycom Acoustic-Clarityâ„¢-Technology – für erstklassige IP-Telefonkonferenzen ohne Kompromisse
Kleine Stellfläche mit wenig Platzbedarf auf Konferenz- oder Schreibtischen
Robuste VoIP-Interoperabilität – Kompatibel mit einer Vielzahl von SIP-Plattformen zur
Maximierung der Sprachqualität und für einen leichten Zugriff auf die Funktionsmerkmale bei einfacher Verwaltung und Administration
Hochauflösendes Display – optimal lesbare Anrufinformationen und mehrsprachige Bedienerführung
Gegenüber Interferenzen durch Mobiltelefone und andere Funkgeräte abgeschirmt, damit die Gespräche nicht durch Nebengeräusche gestört werden
Aussage über Gesprächsqualität, Service und Leistungsumfang der AngeboteÂ
Â
Über die Gesprächsqualität bei VoIP-Telefonaten wird gerne gestritten. 20Â Mitglieder des Arbeitskreises Voice-over-IP beim Branchenverband eco wollen jetzt ein unabhängiges Gütesiegel einführen, um Qualität, Service und Leistungsumfang von VoIP-Anbietern und deren Produkten objektiv prüfen und beurteilen zu können. “Unser Ziel ist es, mit Hilfe der Zertifizierung eine bessere Markttransparenz für Kunden zu schaffen”, betont Markus Schaffrin, eco-Fachbereichsleiter für E-Business, bei der Vorstellung des Gütesiegels in Köln.
    Geprüft werden unter anderem die Bereiche Service und Vertragsabschluss. Welche Support-Kanäle stehen den Kunden zur Verfügung? Wie lange dauert es, bis Störungen behoben werden? Welche Datenschutzbestimmung wird eingehalten? Und was ist bei einem Vertragsabschluss zu beachten? - um solche Fragen geht es dabei. “Von diesem Kriterienkatalog profitieren aber nicht nur die Kunden, sondern auch die Unternehmen, die sich zertifizieren lassen wollen”, sagt Schaffrin im Gespräch mit teltarif.de. Denn anhand des umfangreichen Fragenkatalogs könnten VoIP-Anbieter nicht nur einen guten Überblick über ihre eigene Position im Wettbewerb bekommen, sondern auch sehr genau überprüfen, in welchen Punkten ihr Internet-Telefonie-Angebot noch verbessert werden kann.Â
Kunden achten auf Qualität
Eine große Rolle bei der Zertifizierung spielen auch die Bereiche Qualität und Leistungsumfang. “Diese Kriterien dürften für Kunden bei der Wahl eines VoIP-Anbieters besonders interessant sein”, erläutert Schaffrin. Geprüft werden hier unter anderem die Sprachqualität, die allgemeine Verfügbarkeit, das verwendete Übertragungsprotoll sowie eingesetzte Sicherheitsmaßnahmen. Aber auch wichtige Themen wie Rufnummernvergabe bei Neukunden, Erstellung von Telefonbucheinträgen, Rufumleitung und Rufnummern-Portierung bei einem Anbieterwechsel werden abgefragt.
    Die Zertifizierung der Unternehmen erfolgt von vom eco autorisierten Auditoren. Die Vermarktung will der Branchenverband selbst übernehmen. Derzeit läuft die Fertigstellung des Gütesiegels auf Hochtouren. Bis Ende März sollen die Feinarbeiten wie geplant abgeschlossen sein. Erste Zertifizierungen sollen im zweiten Quartal diesen Jahres erfolgen. Zu den voraussichtlichen Kosten des Gütesiegels konnte der Branchenverband noch nichts sagen.